2.8.

Einen Bluff provozieren

Wie provoziert man einen Bluff im Spiel bei Texas Holdem?

Ein Teilbereich des Expertenspiels ist das „Provozieren eines Bluffs“. Die Idee, die dahintersteckt, ist, Ihren Gegner dazu zu bringen mit einer Hand zu setzen mit der er normalerweise nicht setzen wuerde. Dies tut man normalerweise mit einer guten Hand, mit der man vorhat zu callen. Da Sie planen zu callen, ganz gleich was passiert, sollten Sie konsequenterweise Ihren Gegner dazubringen, so oft wie moeglich zu setzen, wenn Sie die bessere Hand haben. 

Gewoehnlich macht man solche Spiele indem man einen, unter anderen Umstaenden als irrational zu bezeichnenden Check, macht. Es funktioniert am besten gegen einen aggressiven Spieler. 
Ein bekanntes Beispiel hierzu waere, wenn Sie entweder Asse oder Koenige haben und in letzter Position vor dem Flop erhoeht haben. Angenommen es kommt nun ein kleines oder mittleres Paar auf den Flop, jeder Mitspieler checkt, Sie setzen und ein starker Spieler callt. Die richtige Spielweise auf den Turn waere nun zu checken, wenn Ihr Gegner auch gecheckt hat. Zu bemerken waere hier, dass, wenn Ihr Gegner einen Drilling gefloppt hat, Sie Geld gespart haben durch Ihren Check auf den Turn, wenn er aber kein Paar hat, Sie Ihn vielleicht durch Ihre Spielweise dazu gebracht haben, am Schluss einen Bluff zu versuchen und Sie dadurch eine extra Wette gewonnen haben, da er Ihre Wette auf den Turn wahrscheinlich nicht gecallt haette. (Mit 2 Buben wuerden Sie dies uebrigens nie tun, da es zu viele Overcards gibt, die am Schluss kommen koennen und Ihre Hand schlagen koennen.)

Ehe man einen Bluff provoziert, muessen folgende Voraussetzungen erfuellt sein:
Erstens muessen Sie gegen wenige Gegner spielen, am besten nur einen.
Zweitens muessen Sie gegen eine Person spielen, die faehig ist zu bluffen, aber auch die Karten wegwerfen kann, wenn Sie setzen. Ihr Gegner sollte am besten ein guter und zugleich aggressiver Spieler sein. Und schliesslich , wie oben schon erwaehnt, sollte die kostenlos zu sehenden Karten, die Sie Ihrem Gegner gewaehren, nicht zu viele Optionen eroeffnen Sie zu schlagen.

Wir wollen hierzu ein zweites Beispiel geben. 
Angenommen Sie haben : A / 4  

Ein Spieler in einer spaeten Position erhoeht und es wird nochmals erhoeht vom Spieler im Big Blind. 
Es kommt anschliessend folgender Flop : A / K / 3

Ihr Gegner setzt nun und Sie gehen mit. Auf den Turn kommt nun eine ungefaehrliche Karte und Ihr Gegner checkt. Sie sollten nun auch checken, mit dem Hintergedanken am Schluss zu setzen oder zu callen. Beachten Sie hierbei, dass Sie dadurch einen Check Raise vermeiden, wenn Ihr Gegner eine bessere Hand hat als Sie. Auf der anderen Seite haben Sie jetzt gute Chancen, dass Ihr Gegner am Schluss nicht aussteigt, was er wahrscheinlich gemacht haette, wenn Sie auf den Turn gesetzt haetten. Das Ganze natuerlich unter der Voraussetzung, dass Ihr Gegner kein As hat und Ihre Hand nicht schlagen kann.

Zum Schluss wollen wir Ihnen ein drittes Beispiel aufzeigen. Es ist ein wenig anders, da wir mehrere Spieler im Pot brauchen. 
Nehmen wie einmal an, Sie spielen gegen mehrere Gegner, Sie befinden sich in einer spaeten Satzposition, auf den Turn kommt eine 4.Karte der gleichen Farbe, Sie haben den Koenig dieser Farbe und jeder hat bisher gecheckt. Die richtige Spielweise waere nun auch zu checken. Sie wuerden sehr wahrscheinlich keinen Mitspieler bekommen, wenn Sie auf den Turn setzen. Nur, wenn das As dieser Farbe in Haenden eines Gegners ist, wuerden Sie einen Mitspieler bekommen, der Sie aber wahrscheinlich raisen wird. Sie sparen also durch Ihr Verhalten Geld.
Indem Sie jedoch checken, provozieren Sie vielleicht einen Bluff, und wenn nicht, bekommen Sie unter Umstaenden einen Caller, der bei einer Wette auf den Turn ausgestiegen waere.



 

 

 

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Erklärung der Spielkartenfarben:
Kreuz   Pik    Herz   Karo